CGI, kurz für Computer Generated Imagery, bezeichnet digital erzeugte Bilder, Animationen und Effekte. Neben 3D-Techniken kommen auch 2D-Verfahren zum Einsatz; CGI kann mit Kameraaufnahmen kombiniert werden. Vom Hollywood-Blockbuster bis zur fotorealistischen Produkt- und Architekturvisualisierung entsteht CGI durch das Modellieren, Texturieren, Beleuchten und Rendern digitaler Szenen.
CGI hat mehrere Bedeutungen. Dieser Artikel erklärt CGI als Computer Generated Imagery, also computergenerierte Bilder. Nicht gemeint sind:
- Common Gateway Interface: In der Webentwicklung eine standardisierte Schnittstelle, über die ein Webserver externe Programme ausführt (CGI 1.1, beschrieben in RFC 3875 aus dem Jahr 2004) – daher Verzeichnisse wie „cgi-bin“.
- CGI bei Mercedes-Benz: Die Abkürzung steht für „Charged Gasoline Injection“ und bezeichnet Benzinmotoren mit Direkteinspritzung, etwa im C 200 CGI.
- CGI als Unternehmen: CGI Inc. ist ein 1976 in Kanada gegründeter IT- und Beratungsdienstleister, der auch in Deutschland tätig ist.
- CGI in der Medizin: „Clinical Global Impression“ ist eine Skala, mit der Ärztinnen und Ärzte den Schweregrad einer Erkrankung und den Therapieverlauf einschätzen.
Was ist CGI? Definition von Computer Generated Imagery
CGI ist der englische Fachausdruck für computergenerierte Bilder – also visuelle Inhalte, die mit 3D-Computergrafik (Bildsynthese) am Rechner entstehen statt fotografiert zu werden. Die Bedeutung von CGI reicht heute weit über Spezialeffekte im Kino hinaus: Der Begriff umfasst fotorealistische Standbilder, bewegte Animationen und hybride Aufnahmen, bei denen reale und digitale Elemente verschmelzen.
Entscheidend ist die Kontrolle: Ein Artist baut jede Szene gezielt auf und bestimmt Geometrie, Material, Licht und Kamera exakt. Dadurch lassen sich Produkte und Gebäude darstellen, die noch gar nicht existieren – ein zentraler Vorteil gegenüber der Fotografie, die nur abbilden kann, was bereits gebaut oder produziert ist. In Marketing und Architektur spricht man dabei meist von 3D-Visualisierung.
Auf Deutsch lässt sich CGI am treffendsten mit „computergenerierte Bilder“ übersetzen; der Fachbegriff für den Vorgang lautet Bildsynthese. Gebräuchlich sind außerdem „CGI-Bilder“, „CGI-Renderings“ und „CGI-Animation“ – gemeint ist immer dasselbe Prinzip: Das Bild wird aus einem digitalen Modell berechnet statt mit einer Kamera aufgenommen.
CG, CGI und VFX: Was ist der Unterschied?
CG, CGI und VFX werden oft gleichgesetzt, beschreiben aber unterschiedliche Ebenen. Kurz gesagt: CG ist das Fachgebiet, CGI das erzeugte Bild und VFX der Einsatz in Filmaufnahmen.
- CG (Computergrafik): das gesamte Fachgebiet – von Benutzeroberflächen und Diagrammen bis zur 3D-Grafik.
- CGI (Computer Generated Imagery): die konkreten Bilder, Animationen und Effekte, die mit Computergrafik entstehen.
- VFX (Visual Effects): alle Effekte, die in der Postproduktion in Filmaufnahmen eingefügt oder verändert werden. CGI ist dafür das wichtigste Werkzeug, VFX umfasst aber auch Compositing, Greenscreen-Keying und die Retusche realer Aufnahmen.
Ähnlich oft verwechselt werden Rendering und Visualisierung – die Abgrenzung erklären wir im Beitrag Rendering oder Visualisierung.
Wie funktioniert CGI? Vom 3D-Modell zum fertigen Bild
CGI entsteht in einer klaren Abfolge von Schritten. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf, bis aus einer leeren Szene ein fotorealistisches Bild oder eine Animation wird:
- Modellierung: Aus Polygonen – Punkten, Kanten und Flächen – entsteht die dreidimensionale Geometrie von Objekten, Räumen oder Gebäuden. Grundlage sind Skizzen, Fotos oder CAD-Daten in Formaten wie DWG, STEP oder IFC.
- Texturierung & Material: Per UV-Mapping erhalten Oberflächen ihre Texturen; PBR-Materialien (Physically Based Rendering) beschreiben Farbe, Rauheit, Glanz und Transparenz physikalisch plausibel.
- Beleuchtung: Virtuelle Lichtquellen und HDRI-Umgebungen simulieren Sonne, Himmel und Kunstlicht; Global Illumination berechnet, wie Licht zwischen Flächen reflektiert wird.
- Kamera & Komposition: Brennweite, Blickwinkel, Tiefenschärfe und Bildausschnitt werden wie bei einer echten Kamera festgelegt.
- Rendering: Eine Render-Engine berechnet per Raytracing aus der 3D-Szene das fertige 2D-Bild – für Web und Präsentation meist in 4K, für großformatigen Druck auch höher. Dieser Schritt der Bildsynthese ist das Herzstück von CGI.
- Postproduktion: Im Compositing werden Render-Ebenen (Passes) zusammengeführt, Farben angepasst und letzte Details verfeinert.
Was macht ein CGI-Artist?
Ein CGI-Artist – auch 3D-Artist genannt – erstellt computergenerierte Bilder und Animationen, von der Modellierung bis zum fertigen Rendering. In kleinen Projekten übernimmt eine Person alle Schritte; in Studios und Filmproduktionen teilen sich Spezialisten die Arbeit: Modeling, Texturing und Shading, Lighting, Rendering und Compositing.

Welche Software wird für CGI verwendet?
Für CGI kommt eine Kette spezialisierter Programme zum Einsatz: eine 3D-Software für Modell und Szene, eine Render-Engine für die Bildberechnung und Werkzeuge für die Postproduktion. Die gängigsten im Überblick:
| Kategorie | Typische Programme | Wofür |
| 3D-Software | 3ds Max, Blender, Cinema 4D, Maya, Houdini | Modellierung, Szenenaufbau, Animation |
| CAD und Produktdaten | Rhino, SolidWorks, Fusion 360 | Präzise Produkt- und Bauteilgeometrie |
| Render-Engines | Corona, V-Ray, Redshift, Arnold, Cycles | Fotorealistische Standbilder und Animationen |
| Echtzeit-Engines | Unreal Engine, D5 Render, Twinmotion | Schnelle Animationen, interaktive Rundgänge |
| Postproduktion | Photoshop, After Effects, Nuke | Compositing, Farbkorrektur, Effekte |
Aus unserem Studio: Bei Maverick Frame bilden 3ds Max und Corona die Basis für Standbilder. D5 Render und Unreal Engine setzen wir für Animationen und Echtzeit-Projekte ein, Cinema 4D mit Redshift sowie Blender für Motion-Design; Stoffe und Bekleidung simulieren wir in CLO3D und Marvelous Designer. Entscheidend ist weniger das einzelne Programm als die Frage, welches Werkzeug ein Projekt am schnellsten zum gewünschten Ergebnis bringt.
Wofür wird CGI eingesetzt? Von Film bis Produkt- und Architekturvisualisierung
CGI wird überall dort genutzt, wo reale Aufnahmen zu teuer, unmöglich oder noch nicht machbar sind. Die wichtigsten Einsatzbereiche im Überblick:
- Film & VFX: Fiktive Welten, Kreaturen und Explosionen, die real nicht zu drehen wären.
- Werbung: Produkte in perfekter Inszenierung – etwa Automobil-Spots, in denen das Fahrzeug komplett digital entsteht.
- Produktvisualisierung: Fotorealistische Renderings für E-Commerce, Verpackung und Kampagnen, bevor ein Muster existiert.
- Architektur- & Immobilienvisualisierung: Gebäude und Innenräume werden vor dem Bau erlebbar gemacht.
- Games & Animation: Charaktere, Umgebungen und Cinematics für interaktive Medien.
Wichtig ist die Unterscheidung zweier Welten: Im Film dient CGI sowohl sichtbaren Fantasiewelten als auch unauffälligen digitalen Ergänzungen realer Aufnahmen. In der kommerziellen Visualisierung dagegen geht es um maximale Realitätsnähe – das fertige Bild soll ununterscheidbar von einer echten Fotografie wirken, um reale Produkte und Bauprojekte zu vermarkten.
CGI im Film: kurze Geschichte und bekannte Beispiele
Im Film steht CGI für alle digital erzeugten Bildanteile – von ganzen Figuren und Welten bis zu unsichtbaren Ergänzungen wie digital verlängerten Straßenzügen oder vervielfachten Menschenmengen. Einige Meilensteine:
- 1973 – Westworld: gilt als erster Spielfilm mit digital bearbeiteten Bildern; die Sicht des Roboters wurde als gerasterte 2D-Grafik umgesetzt.
- 1982 – Tron: zeigt längere computergenerierte Sequenzen und machte 3D-Computergrafik einem breiten Kinopublikum bekannt.
- 1993 – Jurassic Park: kombiniert fotorealistische digitale Dinosaurier mit realen Modellen und Animatronics.
- 1995 – Toy Story: der erste vollständig computeranimierte Kinofilm in Spielfilmlänge.
- 2009 – Avatar: verbindet Performance Capture mit computergenerierten Figuren und Welten in großem Maßstab.
Dieselben Grundlagen – Modell, Material, Licht, Kamera, Rendering – nutzen heute Werbung, E-Commerce und Architektur. Der Unterschied liegt im Ziel: Film-CGI darf fantastisch sein, kommerzielle CGI soll von einem Foto nicht zu unterscheiden sein. Bewegte Bilder von Gebäuden sind dabei eine eigene Disziplin, die Architektur-Animation.

CGI, KI und 3D-Rendering: die Begriffe klar abgegrenzt
CGI wird oft mit verwandten Begriffen verwechselt. Der wichtigste Unterschied liegt im Grad der Kontrolle und in der Art, wie das Bild entsteht. Das Rendering ist dabei kein Gegensatz zu CGI, sondern ein einzelner Schritt darin.
| Begriff | Was es ist | Kontrolle | Typischer Einsatz |
| CGI | Digital erzeugte Bildinhalte in 2D oder 3D | Voll – Geometrie, Material und Licht exakt steuerbar | Film, Werbung, Produkt- & Architekturvisualisierung |
| 3D-Rendering | Der Rechenschritt, der aus der 3D-Szene ein 2D-Bild erzeugt | Teil des CGI-Prozesses | Standbilder und Animationen |
| KI-Bilder | Mit generativer KI aus Text, Bildreferenzen oder 3D-Vorgaben erzeugt | Je nach Werkzeug und Vorgaben unterschiedlich; 3D-Modelle und Referenzen sind möglich | Ideenfindung, Moodboards |
| Fotografie | Aufnahme realer Objekte mit einer Kamera | Abhängig vom physischen Objekt | Bestehende, reale Produkte und Gebäude |
Der Hauptunterschied zwischen CGI und KI: Bei CGI behält ein Artist die volle Kontrolle über jedes Detail und kann dieselbe Szene beliebig anpassen oder reproduzieren. KI-Bildgeneratoren arbeiten mit generativen Modellen; für präzise, markenkonforme Visuals können zusätzlich Referenzbilder oder kontrollierte 3D-Szenen eingesetzt werden.
Ist CGI KI? Nein. CGI entsteht aus einem 3D-Modell, das ein Mensch aufbaut und das jederzeit neu gerendert werden kann – mit identischem Ergebnis. Generative KI berechnet Bilder aus Trainingsdaten und Prompts. In der Praxis wachsen beide zusammen: In hybriden Workflows bauen wir das Produkt als exaktes 3D-Modell nach Artwork und Spezifikationen des Kunden, während Hintergrund oder Lifestyle-Szene mit KI entstehen. So bleibt das Produkt markengetreu, und die Szene lässt sich schnell variieren.
CGI in der Produkt- und Architekturvisualisierung
In der kommerziellen Praxis ist CGI heute der Standard, um Produkte und Bauprojekte zu zeigen, lange bevor sie real existieren. Für die Architekturvisualisierung bedeutet das: Fassaden, Innenräume und ganze Quartiere lassen sich fotorealistisch darstellen und für Vertrieb, Genehmigung und Marketing nutzen, bevor der erste Spatenstich erfolgt.
In der Produktvisualisierung ersetzt CGI das klassische Fotoshooting: Ein einmal aufgebautes 3D-Modell liefert unbegrenzt viele Ansichten, Farbvarianten und Szenen – konsistent, skalierbar und unabhängig von Mustern oder Studioterminen. Typische Vorteile:
- Darstellung von Produkten und Gebäuden vor ihrer Fertigstellung
- Beliebig viele Varianten, Perspektiven und Materialien aus einem Modell
- Volle Markenkontrolle über Licht, Hintergrund und Komposition
- Wiederverwendbare Assets für Print, Web, Animation und AR

Bewegtbild gewinnt dabei an Gewicht: In unserem Studio sind inzwischen mehr als 40 % der Aufträge keine Standbilder mehr, sondern Animationen und virtuelle Rundgänge.

Was kostet CGI?
Ein einzelnes CGI-Standbild kostet in Deutschland meist zwischen 250 € und 3.000 €; einfache Produktansichten beginnen bei rund 150 €, Animationen werden pro Minute kalkuliert und liegen deutlich höher. Den Preis bestimmen Komplexität, Detailgrad, Anzahl der Ansichten und Nutzungsrechte. Eine detaillierte Aufschlüsselung finden Sie in unserem Leitfaden zu den Kosten einer 3D-Visualisierung.
Warum ist CGI so teuer? Weil hinter jedem Bild Handarbeit steckt, die sich nur teilweise automatisieren lässt. Zur Einordnung einige Richtwerte aus unserem Studio:
- Produktbild: rund 4 Arbeitsstunden auf weißem oder Studio-Hintergrund, rund 6 Stunden für ein Lifestyle-Motiv.
- Erster Entwurf eines Standbilds: 3–5 Arbeitstage nach vollständigem Briefing.
- Paket mit 5–8 Ansichten: 2–3 Wochen.
- Animation bis zu einer Minute: 4–6 Wochen.
- Korrekturen: zwei Runden am Entwurf und eine am finalen Bild sind fest eingeplant.
CGI reicht weit über Marketingbilder hinaus, etwa bei der 3D-Chirurgie-Animation oder der Markenlaunch-Visualisierung.



